Jugend gestaltet Europa

Informationen zum Planspiel


Das Planspiel wurde konzipiert vom Centrum für angewandte Politikforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Ziele:


Das Planspiel soll

  • die Bedingungen, Schwierigkeiten und Chancen des Erweiterungsprozesses der EU am Beispiel von Beitrittsverhandlungen transparent und erfahrbar machen.
  • vermitteln, auf welchen Fundamenten bzw. Unterschieden eine gemeinsame Außenpolitik der EU basiert.
  • Verständnis für die Situation der beitrittswilligen Länder aus Mittel- und Osteuropa entwickeln.
  • durch Rollenübernahmen die Teilnehmer des Spiels mit der Arbeit der politischen Akteure in der EU vertraut machen.
  • den Teilnehmern einen grundlegenden Eindruck von der Bedeutung und der Arbeitsweise europäischer Institutionen geben.

Hintergrundinformationen:


Inhaltliche Grundlagen des Spieles sind die realen Veränderungsprozesse in Europa zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
Mit der Beendigung des Ost-Westkonflikts hat eine neue politische Ära begonnen – mit neuen Risiken und mit neuen Chancen. Die Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas suchen Anschluss an das westeuropäische Erfolgsmodell der europäischen Integration und beantragen die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Die Hoffnungen, die sich dies- und jenseits des ehemaligen „eisernen Vorhangs“ mit einem vereinten Europa verbinden, sind groß, die Ängste in diesen Zeiten des globalen Wandels ebenso. Wie die Erweiterung der EU nach Osten und Süden zur Zufriedenheit aller verwirklicht werden soll, ist noch nicht gelöst. Die Institutionen der EU sind herausgefordert, auf diese historische Situation zu reagieren und in einem konfliktreichen Umfeld die notwendigen Entscheidungen für eine Erweiterung zu treffen.

Wie wird ein europäischer Staat Mitglied der Gemeinschaft?

  • Das Land stellt gegenüber dem Rat der Europäischen Union (Ministerrat) einen Beitrittsantrag.
  • Der Rat nimmt den Antrag entgegen und leitet diesen an das Europäische Parlament und an die Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Europäische Kommission) weiter.
  • Der Rat beauftragt die Europäische Kommission, Stellungnahmen zu den Beitrittsgesuchen abzugeben. Die Kommission muss die Gleichbehandlung aller beitrittswilligen Staaten garantieren. Die Stellungnahmen enthalten eine Bewertung des gegenwärtigen Zustands des Beitrittslandes und seiner Fähigkeit, der EU beizutreten. Sie zeigen mögliche Probleme auf, die bei den Beitrittsverhandlungen auftreten können und geben eine Empfehlung über die Aufnahme von Verhandlungen. Die Kommission stützt sich bei der Ausarbeitung ihrer Stellungnahmen u.a. auf Angaben durch einen Fragebogen an die Beitrittskandidaten. Die Kommission gründet ihre Stellungnahme auf einen Kriterienkatalog.
  • Der Europäische Rat (Zusammenkunft der Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten) formuliert die allgemeinen politischen Zielvorstellungen.
  • Der Rat, die Kommission und das Europäische Parlament beraten und beurteilen den Antrag. Die Stellungnahmen der Kommission werden dem Rat übermittelt, der entscheidet, wann die Beitrittsverhandlungen mit den Staaten aufgenommen werden können.
  • Die Präsidentschaft der EU führt offiziell im Namen der Mitglieder der Union mit Unterstützung der Kommission die Verhandlungen. Der Rat beauftragt die Kommission mit der Führung der Verhandlung. Die Kommission arbeitet als Verhandlungsgrundlage gemeinsame Standpunkte für alle Mitgliedstaaten aus.
  • In einem Abkommen werden die Aufnahmebedingungen und Anpassungsverfahren zwischen den EU-Mitgliedstaaten und den Bewerbern geregelt (Beitrittsvertrag).
  • Das Europäische Parlament muss mit absoluter Mehrheit, der Rat einstimmig dieser Vereinbarung zustimmen.
  • Diese Abkommen müssen von allen EU-Mitgliedstaaten gemäß ihren individuellen Verfassungsgrundlagen angenommen werden.
  • Je nach Verfassungslage der Beitrittskandidaten muss der angestrebte Beitritt durch ein Referendum oder einen Beschluss des nationalen Parlamentes bestätigt werden.

Akteure und didaktische Informationen:


Grundlage des Spieles ist das Szenario der Beitrittsverhandlungen der Länder Lettland, Türkei und Zypern. Dieses Szenario ist veränderbar. Zur Identifikation mit dem realen Hintergrundbezug, den unterschiedlichen Rollen und zur besseren Einschätzung der Problematiken der Erweiterungspolitik, erhalten die Teilnehmer eine grundlegende Einführung und zu lesende Basisinformationen durch eine Spielleitung (empfehlenswert sind 3 Teamer).

Die Spielleitung hat die Aufgabe

  • die Spieler in die Rollen und den Verlauf des Planspiels einzuführen.
  • die Koordination zwischen den Gruppen während des Spieles zu regeln.
  • die Teilnehmenden mit Material zu versorgen.
  • für Nachfragen zur Verfügung zu stehen.
  • das Spiel zu unterbrechen, sobald Spannungen in den Gruppen oder zwischen den Gruppen auftreten.

Die Teilnehmer bilden Gruppen, die jeweils in den Rollen der Akteure folgender Entscheidungsträger handeln:

Spielübersicht:




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